Safer Support: Verschlüsselung und Unterstützungsarbeit

Die Kurzmessage lautet: Die beharrliche Verweigerung verschlüsselte Kommunikation in der alltäglichen politischen Arbeit macht uns die Arbeit manchmal ganz schön schwer.

Immer wieder war Verschlüsselung in aller Munde, durch Antirep2008, Antirep2010, VDS, NSA und andere Peaks in der Wahrnehmung von Repression. Und immer ließen sich doch wieder gute Gründe finden warum man in der eigenen Gruppe leider doch keine Verschlüsselung umsetzen könnte: Hierarchie durch Passwörter, Barrieren durch Technik und Knowhow, Verschwörungstheorien gegen das Internet per se, die schicke Adresse beim Betreiber der leider keinen pgp-import zulässt, usw. Das sind teils gute, teils bessere, meist schlechte Gründe.

Wie allgemein bekannt steht das Definitionsmacht-Konzept außerhalb einer staatlichen und juristischen Logik; Daher ist das Definitionsmacht-Konzept auch nur dort und nur für jene wirksam, die sich mit dem Konzept beschäftigt haben und sich dazu in einer bestimmten Form bekennen. Anders gesagt: Der Jungen ÖVP die Forderung einer Betroffenen zu schicken hat gleichwenig Sinn wie die Forderung an die Staatsoper, einem Täter Hausverbot zu geben. Sowenig es den Staat interessiert, Frauen* vor Gewalt zu schützen, so sehr interessiert es ihn dann doch, was an ihm vorbei geschieht. Ein Beispiel, das alle UGs betrifft. Macht eine Unterstützer_innengruppe etwa einen Übergriff publik und benennt ihn als Handlung, die der Staat unter Strafe stellt, wäre das für jede Behörde Grund Anzeige zu machen, da es sich um ein Offizialdelikt handelt. Das hätte zur Folge, dass es zu einer Anzeige kommt, auch wenn sich die Betroffene dagegen entschieden hat ihn anzuzeigen. Und es führt dazu, dass bei der Unterstützer_innengruppe aktive Personen als Zeug_innen befragt werden könnten.
Würde eine Unterstützer_innengruppe, sagen wir mal theoretisch, jemanden in Mails vorwerfen etwas getan zu haben, was der Staat für strafbar definiert, so könnte ob dieser Äußerung auch die UG selbst Klagen ausgesetzt sein.
In beiden Fällen wären über Listen und Verteiler verschickte unverschlüsselte Mails für die Unterstützer_innengruppe, und teils auch die Betroffenen, kein gutes Los.

Dass Betroffene, die verschlüsselt mit uns kommunzieren, dadurch geschützt sind, ist gut. Aber nicht ausreichend, wenn durch Nicht-Verschlüsselung ungewollt eine Anzeige ins Rollen kommt. Und dass die Unterstützer_innengruppe einer Gefahr durch eine Veröffentlichung ausgesetzt ist, nur weil einige Politgruppen nicht verschlüsseln, ist ebenso bescheuert.

Der Status Quo bzgl. PGP steht in Wien wirklich nicht zum Besten: Räume die seit Monaten auf der Suche nach dem Passwort sind, Gruppen die seit Jahren einen abgelaufenen Key haben, wiederum andere in denen nur Einzelpersonen Zugang zum Key haben und auf Mails erst Monate später antworten.

Da offenbar politische Argumente nicht ausreichen, probieren wir es anders: Zum anstehenden 6. Geburtstag im Frühjahr 2014 im wünscht sich die UG_DEFMA keine Torten, Worte oder sonstige Geschenke, sondern eure public keys in unserem Adressbuch: defma@pulk.net

Antisexistische Plakate!

Du kannst uns nach wie vor gerne schreiben wenn du Plakate zugeschickt bekommen willst, die erste Tranche an Bestellungen wurde von uns soeben verschickt! Falls eine Initiative/Kollektiv/Einzelperson in Wien gern Plakate hätt, ist das noch viel einfacher: mail schreiben und wir bringen oder ihr holt euch einfach welche!

Mit antisexistischen Grüßen,
DEFMA

Neu-Auflage der Plakate!

Gute Nachrichten: Sowohl die Selbstverteidigungsplakate als auch die Zustimmungsplakate wurden neu aufgelegt. Die Zustimmungsplakate gibts in sechs Sprachen (dt., en., hu., cz., bks und pl.), die Selbstverteidigungsplakate in zwei Sprachen (dt., en.). Du kannst alle hier sehen: Material

Wie kommt ihr zu den Plakaten: Im EKH-Infoladen, im Bäckerei und bei uns via Mail.

Wir möchten auch darauf hinweisen, dass wir bald wieder Plakate verschicken werden. Wenn du beim Versand berücksichtigt werden willst gib uns doch bitte bis Ende Juli Bescheid an defma@pulk.net (Adresse+Name+wieviel+von was). Die Plakate und der Versand kosten nichts. Wenn du oder deine Gruppe Geld auf der hohen Kante habt dann unterstützt doch bitte die feministische Buchhandlung in Wien: Chicklit

Mit antisexistischen Grüßen aus Wien,
DEFMA

Stellungnahme von der UG_DEFMA zu T.&T.

Stellungnahme von der UG DEFMA zu T.&T.
Von Outingplakaten, feministischen Nebenwidersprüchen und den üblichen Sexisten

Vor ungefähr einem Jahr tauchten in Wien kurzzeitig Plakate auf, die zwei Männer, T. und T., als Sexisten „outeten“ und ihnen aggressives, sexistisches sowie übergriffiges Verhalten vorwarfen. Auf den Plakaten waren Fotos der zwei Männer. Es wurde gefordert, dass sie aus sämtlichen autonomen Zusammenhängen ausgeschlossen werden. (mehr…)

18.6. Einführung in das Definitionsmachtkonzept. Vortrag mit anschließender Diskussion

Das Definitionsmachtkonzept ist inzwischen den meisten Leute in linksradikalen Zusammenhängen ein Begriff. Es besagt, dass nur die betroffene Person selbst defininieren kann, was sie als (sexualisierte) Gewalt erlebt. Dennoch stößt das Konzept immer wieder auf Unverständnis, und die Durchsetzung der Definitionsmacht in der Praxis bleibt oft schwierig. In diesem Vortrag wird auf die gängigen Umgänge mit sexualisierter Gewalt in der Gesellschaft eingegangen sowie auf die Bedeutung und Auswirkung von sexualisierter Gewalt für Betroffenen. Ausgehend von diesen Umständen wird ersichtlich, warum Definitionsmacht sich im Umgang mit sexualisierter Gewalt bewährt – auch in unseren Szenen.

Am 18.6.2013 im Rahmen des Antifa Cafes
ab 19 Uhr
im Bäckerei
Tannengasse 1/Ecke Felberstrasse
1150 Wien

Consent is sexy!

Zwei Veranstaltungen zum Thema Zustimmung rund um den 8. März!

Wie viele von euch wissen, wird Zustimmung als das freiwillige und ausdrückliche Einverständnis aller Beteiligten zu einer spezifischen sexuellen Handlung definiert. Wir wollen Geschichte, Praxis und Potential von Zustimmung in diesen Veranstaltungen näher anschauen und diskutieren.

Beide Veranstaltungen finden im Bäckerei, Tannengasse 1/Ecke Felberstraße, 1150 Wien, statt. Beginn ist jeweils 14 Uhr. Wir bitten alle Interessierten, pünktlich zu kommen.

Samstag, 02.03.2013
The Basics: Einführung in das Zustimmungskonzept

Das Zustimmungskonzept von DEFMA ist relativ gut verbreitet – zumindest innerhalb emanzipatorischer Kreise in Wien. Das Zustimmungskonzept will Handlungsweisen aufzeigen – wie die Praxis ausschaut ist aber oft etwas anderes. In dieser Veranstaltung werden wir über die Zustimmungdiskurse der letzten Jahrzehnte erzählen und erläutern, warum wir den Text so geschrieben haben, wie er auf unseren Zustimmungsplakaten zu lesen ist. Dann wollen wir über Möglichkeiten reden, Zustimmung (verbal und nicht-verbal) in der Praxis anzuwenden.

Vor allem wollen wir, dass Leute ihre Fragen stellen – egal, ob dir Zustimmung vollkommen neu ist oder ein alter Hut, freuen wir uns auf eine rege Diskussion.

Samstag, 09.03.2013
Zustimmung gegen Heteronormativität!

Viele von uns betrachten das Zustimmungskonzept vor allem als eine Möglichkeit, sexualisierte Übergriffe vorzubeugen. Das ist definitiv ein wichtiger Aspekt aber nicht der einzige. In dieser Veranstaltung möchte ich Aspekte von Zustimmung jenseits von Heteronormativität präsentieren und diskutieren, insbesondere wie das aktive Ausleben von Zustimmung unsere Erwartungen bezüglich Sexualität, Gender und Körper ändern und aushebeln kann. Wir wollen diskutieren, wie Zustimmung unsere vorgefertigten heterosexistischen Vorstellungen herausfordern kann und wie wir Zustimmung zu einem Teil unseres (sex-positiven) Leben machen können.

Der Input wird relativ kurz sein, damit wir viel Zeit zum diskutieren haben.

In Kooperation mit der Rosa Antifa Wien. Flyer: Download

Utopie und Verantwortung oder Permanent dieselbe Scheiße: Die Herausforderung von Hausbesetzungen im Umgang mit Sexismus und Grenzüberschreitungen

Folgender Text wird euch bekannt vorkommen. Er entstand im Sommer 2011 im Kontext von temporären Politcamps und wurde von uns für die spezielle Situation „Hausbesetzung“ adaptiert, da wir finden, dass er genauso zutreffend ist wie für linke Camps. Daher unsere Bitte: Lest ihn und lebt ihn!

Räume stehen leer, Räume müssen her – Hausbesetzungen und Raumaneignungen, egal ob nur für eine Nacht oder längerfristig, sind spannend, toll und ermöglichen Menschen aus verschiedenen Zusammenhängen sich zu treffen, zu vernetzen, weiterzubilden, andere Formen von Wohnen im Kapitalismus auszuprobieren, Aktionen zu planen und durchzuführen, sich linke Infrastruktur anzueignen und fürs „gute Leben im Hier und Jetzt“ zu kämpfen. Hausbesetzungen sind inzwischen eine nicht mehr wegzudenkende Form der politischen Praxis – und das ist auch gut so!

Leider sind Hausbesetzungen auch oft Orte, wo sexualisierte Übergriffe vermehrt stattfinden – trotz vorgegebener emanzipatorischer Ansprüche und pauschalen (Lippen-?)Bekenntnissen zu einer antisexistischen Praxis. (mehr…)

3.5 Feministische Kritik am Definitionsmachtkonzept

Politdiskubeisl 3. Mai 2012 ab 20 Uhr
2. Stock Medienwerkstatt
im EKH
Wielandgasse 2-4, 1100 Wien
frauen*lesben*trans* only!

Das Definitionsmachtkonzept, ein bewährtes Tool zum Umgang mit sexualisierter Gewalt innerhalb von linksradikalen Szenezusammenhängen, ist eine feministische Errungenschaft, die für unsere politische Praxis wichtig ist.

Dennoch gibt es auch Kritik am Konzept und Fragen, die in diesem Zusammenhang immer wieder auftauchen. Zum Beispiel werden Definitionsmacht und ihre Konsequenzen als die einzig denkbare Möglichkeit gesehen, um mit Grenzverletzungen umzugehen. Täter werden dämonisiert, Täterarbeit findet nicht oder nur unzureichend statt. Auch, weil manchmal eine nicht genaue Definition des Übergriffs die Auseinandersetzung erschwert.

Ein anderer Kritikpunkt ist, dass Probleme mit Übergriffen an „ExpertInnen“ von z.B. D.E.F.M.A. delegiert werden und somit Verantwortung abgegeben wird. Der Blick aufs Ganze, sprich auf patriarchale Strukturen und sexistische Diskriminierungen, deren Höhepunkte sexualisierte Gewalt darstellen, verschwindet aufgrund der Individualisierung auf einzelne Betroffene.

Gemeinsam wollen wir einen entspannten Raum schaffen, in dem auch widersprüchliche Fragen Platz haben und ohne Angst diskutiert werden darf. Ein solidarisches Klima und die Achtung der Grenzen anderer sollte selbstverständlich sein.

Eine Veranstaltung von und mit der Unterstützer_innen-Gruppe D.E.F.M.A.!
Mehr Infos: http://defma.blogsport.de/

Flyer für den feministischen Diskussions-Brunch am 18.3

Brunch Flyer

18.3 Feminist Discussion Brunch about possibilities/boundries/critique/perspectives of feminist praxes in dealing with (experiences of) violence

We want to talk with each other about possibilities/boundries/critique/perspectives of feminist praxes in dealing with (experiences of) violence.

From a feminist and an allied with the survivors of violence perspective, we want to discuss various ways of dealing with violence. We draw among other things, but not only, on the feminist Definitionsmacht concept, which makes violence that takes place in gendered and hierarchical power relationships visible and tries to strengthen survivors.

Where: Schenke, Pfeilgasse 33, 1080 Vienna
When: Sunday, March 18, 2012
Brunch from 12 noon on
Discussion from 1 p.m. on
There is a wheelchair accessible entrance from Lerchenfelderstrasse 124-126.

Bringing food is appreciated!

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