1.12.2011 Frauen*brunch mit einem Workshop zu Definitionsmacht mit der Gruppe DEFMA

1.12.2011 Frauen*brunch mit einem Workshop zu Definitionsmacht mit der Gruppe DEFMA

Denn Gewalt gegen Frauen ist kein Einzelfall… Definitionsmacht und Zustimmung als feministisches Mittel im Kampf gegen sexualisierte Gewalt

Sexualisierte Gewalt ist leider in allen Gesellschaften der Welt noch sehr präsent. Es ist immer noch Tabu über sexualisierte Gewalt zu reden, und ein großer Teil der erlebten Gewalt wird nicht angezeigt bzw. kann gar nicht angezeigt werden, weil es dem Gesetz nach keiner Straftat entspricht.

Eine Möglichkeit sexualisierter Gewalt in ihren vielen Erscheinungsformen zu bekämpfen bieten Definitionsmacht und Zustimmung an. Zwei von der Unterstützer_innengruppe DEFMA werden das feministische Konzept der Definitionsmacht und Parteilichkeit kurz vorstellen, über Zustimmung sprechen und – wenn der Rahmen passt und alle Anwesenden damit einverstanden sind – eventuell auch (erfundene) Fallbeispiele durchgehen.

Wir hoffen auf reger Diskussion und freuen uns über Fragen! Wir wissen, dass es oft Diskussionsbedarf bei den Themen Definitionsmacht, Parteilichkeit und Zustimmung. Wir hoffen, dass es manchen leichter fallen wird, weil diese Veranstaltung nur für FrauenLesbenTrans ist.

SCHWEIGEN BEKÄMPFEN!!! FÜR EINE ANTISEXISTISCHE PRAXIS!!!

Da das Thema kein einfaches ist, bitten wir um einen respektvollen Umgang während und nach der Veranstaltung. Achtet auf eure Grenzen und die von anderen und seid euch dessen bewusst, dass beim Workshop und den Diskussionen Inhalte angesprochen werden können, die vielleicht bei Anwesenden zu einer Retraumatisierung der erlebten Gewalt führen können.

Beginn: 11h30 im UFO

Berggasse 5/ 24
1090 Wien

DEFMA Redebeitrag am Int. Tag gegen Gewalt an Frauen*

Die Unterstützer_innengruppe DEFMA hat einen Redebeitrag auf der FrauenMädchenLesben Kundgebung am 25.11.2011 gehalten. Hier der Text:

Schafft 2, 3, Tausende DEFMAs!

Wir streiten für die Definitionsmacht – am 25.11 und jeden Tag!

Gewalt gegen FrauenLesbenMädchenTrans hat viele Formen – sexualisierte Gewalt, physische Gewalt, psychische Gewalt, ökonomische Gewalt und strukturelle Gewalt um ein paar Beispiele zu nennen. Die Wiener Gruppe DEFMA bietet seit über 3 ½ Jahren Unterstützung für Betroffene von vor allem) sexualisierter Gewalt an. Wir wollen diese Gelegenheit wahrnehmen, um zu erklären, wie wir arbeiten und warum wir das Konzept der Definitionsmacht verwenden und es immer und immer wieder erkämpfen.

Viel zu viele Frauen erleben irgendwann in ihrem Leben sexualisierte Gewalt – Statistiken sind in diesem Bereich nicht ganz verlässlich, aber laut einer deutschen Studie erlebt jede siebte Frau sexualisierte Gewalt im Laufe ihres Lebens. Nur eine geringe Anzahl dieser Übergriffe werden angezeigt. Das hat viele Gründe, die unter anderem mit den HERRschenden Zuständen in der Justiz zu tun haben.

Die Justiz ist ziemlich ideenlos im Umgang mit Tätern. Neben Haftstrafen, gibt es seit ein paar Jahren die Möglichkeit einer Wegweisung oder einer Einstweilligen Verfügung. Vor allem letztere Entwicklung bildet wirklich ein Fortschritt für viele Frauen, vor allem die, die Gewalt im sozialen Nahbereich erleben. Aber eine Täterarbeit wird nur in den wenigsten Fällen vorgeschrieben. Da die Täter meistens aus dem näheren Umfeld oder Bekanntenkreis der Betroffenen kommen, finden Betroffene es schwierig sie anzuzeigen. Eine Verhaftung bringt nicht unbedingt das gewünschte Resultat für die Betroffene. Überhaupt werden die Bedürfnisse der Betroffenen kaum berücksichtigt von der Justiz. Konsequenzen für die Täter, die für die Betroffenen relevant wären und zukünftige Übergriffe vorbeugen könnten, kommen eher nicht vor.

Sollte eine Betroffene einen Täter wegen einer durch ihn erlebten Gewalttat anzeigen, steht sie vor einer ganzen Reihe an Hürden. Die Justiz kann sich Verfahren ohne DNA Spüren kaum vorstellen – für eine Anzeige sollen Frauen deswegen innerhalb von 72 Stunden (und bevor sie sich geduscht haben) zur Spurensicherung gehen. Wenn diese nicht gemacht wird, sind die Chancen einer Einstellung massiv erhöht. Als nächstes wird die Betroffene von der Polizei befragt. Auch wenn es inzwischen Beamte gibt, die auf das Thema sexualisierte Gewalt sensibilisiert worden sind, müssen sie dennoch Fragen stellen, die die Aussagen der Betroffenen in Frage stellen (können) und oftmals retraumatisierend wirken. Der Schritt eine Anzeige bei der Polizei zu machen ist extrem schwierig.

Sollte die Betroffene die Anzeige gemacht haben und die Polizei kann den Täter ausforschen (sollte er überhaupt unbekannt sein), dann geht es zur Staatsanwält_innenschaft. Oft endet alles hier. Die Staatsanwält_innen stellen das Verfahren sehr oft ein. Sie müssten davon ausgehen, dass es „nahe liegt“, dass das Verfahren in einem Schuldspruch endet. Da sie das oft für unwahrscheinlich halten, zeigt wie tief Vergewaltigungsmythen in der Justiz verankert sind. Die Zeuginnen-Aussage der Betroffenen alleine reicht nicht als Beweismittel – vor allem weil sie oft nicht für ausreichend glaubwürdig gehalten wird. Die Betroffene muss nicht nur überzeugen, dass ihr überhaupt was passiert ist, sondern sie muss auch beweisen, dass sie das nicht wollte. Somit muss die Betroffene sich entlasten, was sonst die Rolle eines Beschuldigten ist.

Die Richter_innenschaft trägt ebenfalls zu den miserablen Zuständen bei. Nur 17% der Anzeigen enden in Verurteilungen! Die Strafen für erstmalige Täter fallen auch oft sehr gering aus. Es geht uns von DEFMA nicht darum, dass wir Knast für einen sinnvollen Ort für Täter halten, unter anderem weil es kein Ort ist, um Respekt für Frauen und ihre Grenzen zu lernen– es geht darum, dass sexualisierte Gewalt immer noch als Kavaliersdelikt gilt. Wenn der Strafausmaß für Eigentums- oder Drogendelikte härter ausfällt als Gewalt gegen Frauen, können wir uns nur zu Recht fragen, warum unsere Menschenrechte nicht mehr respektiert und wertgeschätzt werden?

Wir fahren mit der Definitionsmacht einen anderen Weg als die Justiz. Definitionsmacht bedeutet, dass nur die Betroffene definieren kann, was sie als Gewalt erlebt hat. Statt Begriffe aus der Justiz, je nach Tatmerkmalen, an das Erlebte anzupassen, benennt die Betroffene die erlebte Gewalt, mit Begriffen, die ihrem Verständnis und ihrer momentanen Lage entsprechen. So kann auch Gewalt benannt werden, die nach dem Gesetz gar nicht geahndet werden kann. Mit der Benennung der Gewalt durch die Betroffene wird ein erster Schritt in Richtung Selbstbestimmung gemacht, was besonders wichtig ist, da sexualisierte Gewalt dem Recht auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper massiv widerspricht.

Selbstbestimmung ist für uns ein Schlüsselbegriff. Für uns ist eine Folge von Definitionsmacht, dass die Betroffene entscheidet, was sie will, welche Form der Unterstützung sie braucht, und welche Forderungen sie an den Täter stellt. Wir glauben, dass Betroffene am besten wissen, was sie brauchen. In unserer Arbeit schauen die Forderungen an die Täter sehr unterschiedlich aus – oft wird gefordert, dass der Täter mit einer Therapie anfängt oder sich einer Auseinandersetzung stellt. Oft sollen sie einen Ort verlassen, wenn die Betroffene sich dort aufhält. Manchmal wird ein Ausschluss gefordert. Forderungen haben oft zwei Ziele: erstens, dass es der Betroffenen wieder gut geht, dass sie sich ohne Angst dem Täter begegnen zu müssen, frei bewegen und ihre üblichen Aktivitäten nachgehen kann und zweitens, dass der Täter an sich arbeitet, damit er keine weiteren Übergriffe begeht. Wir finden die Forderungen von Betroffenen viel praktischer als die meisten Lösungsansätze der Justiz. Dennoch respektieren wir, wenn Betroffene Anzeigen erstatten wollen.

Wir können Definitionsmacht in der linksradikalen Community in Wien meistens durchsetzen, weil viele Feministinnen und Pro-feministen sich eine antisexistische Gesellschaft zum Ziel gesetzt haben – und wir sollten ja mit uns selber anfangen. Wenn Definitionsmacht noch nicht überall durchsetzbar ist, zeigt das, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben. Wir müssen alle Vergewaltigungmythen zerstören und Respekt für alle Betroffenen schaffen! Wir müssen uns an den Bedürfnissen der Betroffenen orientieren und Modelle erarbeiten, damit Täter keine weiteren Übergriffe begehen. Wir müssen das Zustimmungkonzept vom Einverständnis bei sexuellen Handlungen verbreiten und Präventionsarbeit leisten.

Bis zum Ende der sexualisierten Gewalt und sexistischer Unterdrückung kämpfen wir – überall!

Anarchistisches Radio: „Linke Camps/Umgang mit Sexismus“

Radiosendung vom 24/07/2011
Anarchistisches Radio auf Radio Orange 94.0 zum Thema: Linke Camps – Umgang mit Sexismus (mehr…)

Linke Camps im Umgang mit Sexismus und Grenzüberschreitungen

Utopie und Verantwortung oder Jedes Jahr dieselbe Scheiße:
Die Herausforderung linker Camps im Umgang mit Sexismus und Grenzüberschreitungen

Der Sommer ist wieder da und somit sind linke/libertäre Camps (A-Camp, Grenzcamps, Antifacamps usw.) verstärkt Gesprächsthema und Teil der Urlaubsplanung. Camps ermöglichen Menschen aus verschiedenen Orten und Zusammenhängen sich zu treffen, zu vernetzen, weiterzubilden, andere Formen von Zusammenleben auszuprobieren und/oder Aktionen zu planen und durchzuführen. Camps sind inzwischen eine nicht mehr wegzudenkende Form der politischen Kommunikation und Praxis – das ist auch gut so! (mehr…)

DEFMA goes A-Camp!

Wir freuen uns bekannt geben zu können, dass DEFMA das diesjährige A-Camp besuchen wird, um dort am Dienstag 19. Juli 2011 ab Mittag einen Workshop rund um die Themen Definitionsmacht, sexualisierte Gewalt, Parteilichkeit und dem Zustimmungskonzept zu gestalten. (mehr…)

Kontaktaufnahme aktuell

Liebe Leute!

Seit einiger Zeit erreichen uns viele Anfragen von Betroffenen, Tätern,
Gruppen und Projekten, in denen sowohl Betroffene und bzw. oder Täter
aktiv sind, die sich mit dem Thema Definitionsmacht, Zustimmung oder
Parteilichkeit auseinandersetzen wollen und/oder müssen.

Wir finden es begrüßenswert, dass Menschen sich vermehrt mit dem Thema
auseinandersetzen wollen, allerdings plädieren wir dafür, dass sich
Gruppen grundsätzlich mit Antisexismus im Allgemeinen und mit
Definitionsmacht im Spezifischen auseinandersetzen und nicht erst
anlassbezogen aktiv werden.

Weiters wollen wir anmerken, dass wir Betroffene unterstützen und
prinzipiell nur in Kontakt mit Tätern treten, wenn eine Betroffene sich
das wünscht, beispielsweise um Forderungen zu übermitteln. Wenn das
Bedürfnis seitens Täter und ihrem Umfeld, sich intensiver mit begangenen
Übergriffen oder möglicher Täterarbeit auseinanderzusetzen, wächst,
hoffen wir, das Menschen das als Anstoß nehmen, endlich mal eine Gruppe
zu bilden, die sich mit Fragen rund um Täterarbeit beschäftigt.

Wir sind bemüht alle Anfragen so rasch wie nur möglich zu beantworten.
Defma ist allerdings ein Kollektiv, das Entscheidungen im Plenum trifft,
nachdem in einem Diskussionsprozess Standpunkte besprochen worden sind.
Uns ist es, vor allem aufgrund der Verantwortung, die wir als Gruppe zu
tragen haben, wichtig, dass unsere Handlungen, Entscheidungen, Mails,
Stellungnahmen oder Workshops qualitiativ hochwertig sind und das auch
bleiben.

Wir nehmen uns für die Anliegen aller, die uns kontaktieren, Zeit,
reflektieren darüber im Plenum und achten auf unsere persönlichen Grenzen.
Das braucht dann eben alles ein bisschen. Wir bitten euch deswegen um
Verständnis. Wir beantworten alle Mails innerhalb von zwei Wochen,
manchmal auch schneller.
Mails von Betroffenen werden von uns so rasch wie möglich beantwortet.

Und noch etwas liegt uns am Herzen:
Defma ist keine Serviceeinrichtung, wir sind keine Maschinen, an die
mensch Befehle schicken kann und wir erfüllen dann eure Wünsche.
Bitte bedenkt das, wenn ihr uns kontaktiert.
Wir haben alle Jobs, Unis, Privatleben und vor allem volle Terminkalender.

Danke.

Außerdem haben wir endlich einen PGP-Key!

Wir machen Workshops!

Definitionsmacht? Parteilichkeit? Zustimmung?
Unklarheiten? Missverständnisse? Fragen?

Die Gruppe DEFMA bietet ab sofort für Politgruppen, aktionistische Zusammenhänge oder Projekte Workshops zu den Themen antisexistisches Grundverständnis, Definitionsmacht, Parteilichkeit, Unterstützungsarbeit, sexualisierte Übergrifffe/Gewalt und Zustimmung an.

Unsere Workshops beinhalten ein variables Konzept und wir richten uns – neben der Vermittlung der Basics – nach den jeweils im Voraus geklärten Schwerpunkten. Falls z.B. Rollenspiele, Kleingruppenarbeiten oder Selbstreflexion gewünscht werden, bauen wir diese gern in das Konzept ein!

In vertraulichem Rahmen können über Themen gesprochen werden, die bei öffentlichen Veranstaltungen keinen Platz haben, wir bemühen uns um die Schaffung eines angenehmen, angstfreien Diskussionsklimas, in dem respektvoll und solidarisch Fragen und Überlegungen besprochen werden können, die in anderen Kontexten unbeantwortet bleiben müssen oder die sich nicht zu äußern getraut wurden.
Unter Vertraulichkeit verstehen wir in diesem Zusammenhang, dass alles im Rahmen des Workshops besprochene nicht nach außen gehen wird.

Unsere Arbeit versteht sich als parteilich mit Betroffenen von sexualisierter Gewalt, weswegen wir keine Täter*arbeit anbieten und auch keine Workshops abhalten, in denen die Auseinandersetzung mit einem konkreten Fall bzw. einen konkreten Täter* Thema sein soll.

Die Workshops sind kostenlos – aber nicht umsonst und wir freuen uns auf eure Anfragen!

Bei Interesse – einfach Mail an:

defma (ät) pulk (punkt) net

DEFMA in Radio Widerhall

Radio Widerhall ist eine Sendung auf Radio Orange 94,0. Die Unterstützer_innengruppe DEFMA war eingeladen von ihrer Arbeit zu erzählen…

Hier anhör- bzw. runterladbar:
http://cba.fro.at/show.php?lang=de&eintrag_id=11820

Fr 16.4. DEFMA Veranstaltung in der I:dA

Du denkst du weißt schon alles… aber wir wissen es besser!

Die Unterstützer_innengruppe DEFMA lädt zu Vortrag und Diskussion. (mehr…)

DEFMA Sticker online

Die neuen Defma Sticker gibt es nun auch online zum runterladen!! Und zwar hier.

auch du hast... defmacht bedeutet... hammer

DEFMA



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