Unterstützer_innengruppe DEFMA http://defma.blogsport.de Sat, 30 Jan 2010 16:31:32 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en DEFMA Sticker online http://defma.blogsport.de/2010/01/30/defma-sticker-online/ http://defma.blogsport.de/2010/01/30/defma-sticker-online/#comments Sat, 30 Jan 2010 16:12:50 +0000 defma Allgemein http://defma.blogsport.de/2010/01/30/defma-sticker-online/ Die neuen Defma Sticker gibt es nun auch online zum runterladen!! Und zwar hier.

auch du hast... defmacht bedeutet... hammer

DEFMA

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Neue Selbstverteidigungs-Plakate! http://defma.blogsport.de/2009/11/25/neue-selbstverteidigungs-plakate/ http://defma.blogsport.de/2009/11/25/neue-selbstverteidigungs-plakate/#comments Wed, 25 Nov 2009 22:11:29 +0000 defma Allgemein http://defma.blogsport.de/2009/11/25/neue-selbstverteidigungs-plakate/ Neue Selbstverteidigungsplakate in Wien "Passend" und pünktlich zum 25.11. gibts seit 2 Tagen neue Selbstverteidigungs-Plakate in Wien. Und zwar auf englisch und deutsch. Wurden A2 gedruckt und liegen schon in mehreren Locations aus.]]> Gerne stellen wir hier vor:

Neue Selbstverteidigungsplakate in Wien

„Passend“ und pünktlich zum 25.11. gibts neue Selbstverteidigungs-Plakate in Wien. Und zwar auf englisch und deutsch. Wurden A2 gedruckt und liegen schon in mehreren Locations aus. Derweil: Queer (Wipplingerstraße 23, 1010 Wien), i:da (Zwölfergasse 9, 1150 Wien), EKH (Wielandgasse 2-4, 1100 Wien), FZ (Währingerstraße 59/6, 1090 Wien) und auf den Wagenplätzen (siehe: www.wagenplatz.at)

Digitale Versionen gibts hier: engl. Version & dt. Version, leider sehr riesig (>10MB).

Wir freun uns wenn sie verbreitet werden. Wer welche haben will soll sie sich welche holen. Wer sie verteilen will (andere Städte/Gruppen/…) kann sich unter sdfw@riseup.net wegen größerer Packeten melden. Wir senden euch gerne welche zu!

Hier ein Vorgeschmack:

Selbstverteidigung für Frauen*

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Vortrag und Diskussion am Mittwoch, 11.3. im que[e]r! http://defma.blogsport.de/2009/03/08/vortrag-und-diskussion-am-mittwoch-113-im-queer/ http://defma.blogsport.de/2009/03/08/vortrag-und-diskussion-am-mittwoch-113-im-queer/#comments Sun, 08 Mar 2009 08:31:40 +0000 defma Allgemein http://defma.blogsport.de/2009/03/08/vortrag-und-diskussion-am-mittwoch-113-im-queer/ Sexualisierte Gewalt, Gesetze gegen Gewalt und Realitäten

Die Unterstützer_innengruppe DEFMA lädt zu Vortrag und Diskussion zur Kriminalisierung von sexualisierter Gewalt im sogenannten Rechtsstaat. Konkret wollen wir die sehr engen Definitionen von Vergewaltigung und sexualisierten Übergriffen im österreichischen Strafrecht, die für Betroffenen wenig bis keinen Spielraum für Selbstbestimmung lassen, aufzeigen, wie die herrschende Praxis von der Anzeige bis zum Prozess aussehen kann und warum uns die Durchsetzung von Definitionsmacht im Umgang mit sexualisierter Gewalt so wichtig ist.

Da das Thema ein sehr heftiges ist, bitten wir um einen respektvollen Umgang während und nach der Veranstaltung. Achtet auf eure Grenzen und die von anderen und seid euch dessen bewusst, dass beim Vortrag Inhalte angesprochen werden, die vielleicht bei Anwesenden zu einer Retraumatisierung der erlebten Gewalt führen können.

Mittwoch, 11.3.
20.00
que[e]r
Wipplingerstraße 23 (die Stiege runter)
1010 Wien

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http://defma.blogsport.de/2009/03/08/vortrag-und-diskussion-am-mittwoch-113-im-queer/feed/
NEIN heißt NEIN oder Antisexismus muss Praxis werden: das Zustimmungskonzept. http://defma.blogsport.de/2008/12/23/nein-heisst-nein-oder-antisexismus-muss-praxis-werden-das-zustimmungskonzept/ http://defma.blogsport.de/2008/12/23/nein-heisst-nein-oder-antisexismus-muss-praxis-werden-das-zustimmungskonzept/#comments Tue, 23 Dec 2008 17:46:58 +0000 defma Allgemein http://defma.blogsport.de/2008/12/23/nein-heisst-nein-oder-antisexismus-muss-praxis-werden-das-zustimmungskonzept/ Zustimmung definiert das freiwillige und ausdrückliche Einverständnis aller Beteiligten zu einer spezifischen sexuellen Handlung. Ab wann genau eine sexuelle Handlung beginnt, wird sehr subjektiv wahrgenommen, daher: besser zuviel als gar nicht fragen. Eine Grenzüberschreitung kann durch eine flüchtige Berührung als solche erlebt werden, deswegen frag lieber auch bei einer Umarmung oder einem Kuss, ob das für die Person in Ordnung ist.

Übergriffiges Verhalten, Grenzverletzungen und sexualisierte Gewalt können Traumata bei den Betroffenen auslösen – deswegen ist es wichtig, bei jeder sexuellen Handlung mit der_dem Partner_in zu kommunizieren. Durch Reden erfährst du, wie weit dein Gegenüber gehen möchte und kannst potentiellen Grenzverletzungen vorbeugen.

Zustimmung bedeutet immer wieder und jedes einzelne Mal und für jede sexuelle Handlung zu fragen, also zum Beispiel, ob es einer Person angenehm ist, wenn ihr euch küsst, umarmt, streichelt, du ihr den Rücken kraulst…

Nur weil du mit einer Person zusammen bist oder öfter knutscht, heißt das nicht, dass du über ihren Körper verfügen kannst.

Zustimmung kann auch nicht unter Druck, wie zB dem ständige Fragen nach Sex oder Drohungen gegeben werden.

Andere Kommunikationsformen wie z.B. Mimik oder Gestik sind möglich, sollten aber vorher abgeklärt werden, damit es zu keinen Missverständnissen kommt. Körpersprache bzw. non-verbale Reaktionen bedeuten nicht automatisch Zustimmung!

Wenn keine Zustimmung mehr gegeben oder diese zurückgenommen wird, dann heißt das NEIN, Schluss und Ende. Achtung: Schweigen bedeutet nicht Zustimmung!

Eine schlafende Person kann niemals zustimmen!

Achte auf deine Grenzen und die von anderen, versuche immer in der Lage zu sein, die Situation einschätzen zu können und frag nach, wenn du dir nicht sicher bist, wie hoch die Zurechnungsfähigkeit deines_r Partner_in ist. Die Zurechnungsfähigkeit wird nicht nur durch Drogen beeinflusst, sondern u.a. auch durch körperliche und emotionale Zustände. Eine aufgrund von Alkohol oder anderen Drogen sehr benommene Person kann möglicherweise nicht mehr zustimmen.

Wenn du weißt, dass du eine sexuell übertragbare Krankheit hast, informiere dein_ e Partner_in, damit ihr gemeinsam entscheiden könnt, wie ihr damit umgehen wollt.

Kommuniziert darüber wie und ob ihr verhüten wollt!

Zustimmung kann und will bereichern – nämlich um das Wissen, was dein Gegenüber im Moment, wo du sie_ihn küsst oder berührst, fühlt. Zustimmung ist ein positiver Zugang zu Sex und allem was dazugehört – statt vor sich hin zu werken und irgendwann ein NEIN zu hören, fragst du bei jedem noch so kleinen Schritt nach Zustimmung und findest so langsam heraus, ob und wie dir eine Person gern nah sein will.

Zustimmung ist für alle da – egal ob Frau, Mann, homo, hetero, bi, trans*, welche Genderexpression und welche Sexpraktiken oder Hilfsmittel auch immer – Zustimmung vermittelt einen ganz praktischen und lustvollen Umgang zu unserer Sexualität.

Das Zustimmungskonzept hat als Kern einen respekt- und würdevollen Umgang miteinander. Es will mögliche Handlungsweisen aufzeigen und eine Anleitung für die Prävention sexualisierter Übergriffe sein. Selbstverständlich gibt es auch andere Möglichkeiten als das Zustimmungskonzept, um miteinander vertrauensvoll umzugehen. Oberste Handlungsmaxime soll stets ein respektvoller Umgang ohne Grenzverletzungen sein – ob ihr dabei eigene Wege geht oder euch vom Zustimmungskonzept beeinflussen lasst bleibt euch überlassen.

Das Zustimmungskonzept gibt es auch in Plakatform als download unter „Material“!

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http://defma.blogsport.de/2008/12/23/nein-heisst-nein-oder-antisexismus-muss-praxis-werden-das-zustimmungskonzept/feed/
Parteilichkeit ist gefragt! Im Gespräch mit der Gruppe DEFMA http://defma.blogsport.de/2008/12/23/parteilichkeit-ist-gefragt-im-gespraech-mit-der-gruppe-defma/ http://defma.blogsport.de/2008/12/23/parteilichkeit-ist-gefragt-im-gespraech-mit-der-gruppe-defma/#comments Tue, 23 Dec 2008 13:10:38 +0000 defma Allgemein http://defma.blogsport.de/2008/12/23/parteilichkeit-ist-gefragt-im-gespraech-mit-der-gruppe-defma/ Seit 8. März 2008 bietet die Gruppe DEFMA, die ihren Namen aus den Schlagwörtern DIY, emanzipatorisch, feministisch, militant und autonom sowie vom Begriff „Definitionsmacht“ ableitet, Betroffenen sexualisierter Gewalt aus „linksradikalen“ bzw. sich als emanzipatorisch verstehenden Szenen ihre Unterstützung an. Im Interview erzählt DEFMA von ihrer Arbeit.

Was versteht ihr unter Definitionsmacht?
Unter Definitionsmacht wird im Allgemeinen eine feministische Strategie zur Stärkung von Frauen verstanden, die es ermöglicht, dass allein die Betroffene bestimmt, ob eine sexualisierte Grenzverletzung vorgefallen ist. (Sexualisierte) Gewalt wird aufgrund der persönlichen Geschichte, Gegenwart und Erfahrung von Betroffenen stets unterschiedlich erlebt, eingeordnet und eingeschätzt. Mit dem Instrument der Definitionsmacht ist es möglich, dass unabhängig davon, wie ein Übergriff aussah, einzig und allein die Betroffene eine Vergewaltigung oder einen sexualisierten Übergriff als solchen bezeichnet, denn das entspricht dann ihrer Wahrnehmung und ist als genau das zu akzeptieren. Dafür stehen und kämpfen wir als Gruppe.

Wie sieht eure Unterstützung aus?

Wenn uns eine Betroffene von ihren Erfahrungen erzählt, behandeln wir diese streng vertraulich. Sie kann sich anonym an uns wenden und/oder sich mit uns persönlich treffen. Wir wollen einen Raum schaffen, in dem die Betroffene selbst definieren kann, was ihr passiert ist. Außerdem bieten wir z.B. Unterstützung beim Formulieren und Vermitteln von Forderungen an den Täter an. Wichtig ist, dass wir als Gruppe nur das machen, was die Betroffene ausdrücklich verlangt, und wir werden uns dafür einsetzen, dass ihre Wünsche auch von anderen respektiert werden. So können Betroffene Unterstützung bekommen, ohne sich Belästigungen durch definitionsmachtfeindliche Aussagen bzw. Aktionen aussetzen zu müssen. Wir werden aber niemals die Betroffene zu irgendetwas zwingen, über Art und Weise der Unterstützung durch DEFMA entscheidet sie ganz alleine.
Wir sind keine herkömmliche Beratungsstelle, keine PsychologInnen oder TherapeutInnen, sondern eine Gruppe, die für und mit Betroffenen innerhalb einer linken Szene parteilich agieren will. Wir versuchen Betroffenen Spielraum und Optionen anzubieten, die im staatlichen Rahmen nicht zu finden sind, und Schutz – zumindest was innerhalb unserer Möglichkeiten liegt. Wenn eine Betroffene zum Beispiel wünscht, dass ein Täter aus bestimmten linken Freiräumen oder Gruppen ausgeschlossen wird, oder wenn er einfach gehen soll, wenn er sie irgendwo trifft, wollen wir uns darum kümmern, dass diese Forderungen umgesetzt werden.

In eurer Arbeit kommt es auch auf sensible Sprache an. Könnt ihr die Begriffe, mit denen ihr arbeitet, erklären?

Wir verwenden den Begriff „Betroffene“ in seiner weiblichen Form, weil wir sichtbar machen wollen, wer in den meisten Fällen die Betroffenen von sexualisierter Gewalt sind. Uns ist aber bewusst, dass es Betroffene aller Gender gibt und wir bieten unsere Unterstützung nicht nur für Frauen an. Ebenso verwenden wir den Begriff „sexualisierte Gewalt“ statt „sexueller Gewalt“ weil zweiteres impliziert, dass es primär um Sexualität ginge, was bei sexualisierter Gewalt aber nicht der Fall ist. Sie dient der Aufrechterhaltung und Herstellung von Machtverhältnissen, indem z.B. das Selbstbestimmungsrecht über den eigenen Körper der Betroffenen übergangen wird. Außerdem verwenden wir den Begriff „Täter“ in seiner männlichen Form, weil sexualisierte Gewalt hauptsächlich von Männern ausgeht. Wir wollen damit nicht verschweigen, dass auch andere Gender sexualisierte Gewalt ausüben können. Eine gendergerechte Formulierung könnte allerdings die tatsächlichen Herrschaftsverhältnisse in dieser Gesellschaft verschleiern.

Woran arbeitet ihr gerade?
Aktuell arbeiten wir gerade an einem Text zum Umgang mit Tätern aus dem eigenen Umfeld oder FreundInnenkreis. Einige von uns wollen auch Texte und Veranstaltungen zum Thema Zustimmung, ein anderes Beispiel von ganz praktischem Antisexismus, nämlich dem Einverständnis zu jedem einzelnem sexuellen Akt, organisieren. Plakate, Pickerl und Broschüren sind ebenfalls in Arbeit. Wir werden auf jeden Fall präsent sein und Schweigen im Umgang mit sexualisierter Gewalt innerhalb und außerhalb unserer eigenen Szenen bekämpfen!

Betroffene können sich unter defma(at)pulk.net an die Gruppe wenden.
Buchtipp: re.Action: Antisexismus_reloaded, Zum Umgang mit sexualisierter Gewalt – ein Handbuch für die antisexistische Praxis, UNRAST Verlag, Münster 2007, 80 Seiten, ca. € 5,-.

Interview von Judith Götz, erschienen in: UNIQUE – Magazin der ÖH Uni Wien, 5/08 [www.unique-online.at/]

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http://defma.blogsport.de/2008/12/23/parteilichkeit-ist-gefragt-im-gespraech-mit-der-gruppe-defma/feed/
Wie sieht Betroffenen- und Definitionsmachtunterstützender Täterumgang aus? http://defma.blogsport.de/2008/12/16/wie-sieht-betroffenen-und-definitionsmachtunterstuetzender-taeterumgang-aus/ http://defma.blogsport.de/2008/12/16/wie-sieht-betroffenen-und-definitionsmachtunterstuetzender-taeterumgang-aus/#comments Mon, 15 Dec 2008 23:15:55 +0000 defma Allgemein http://defma.blogsport.de/2008/12/16/wie-sieht-betroffenen-und-definitionsmachtunterstuetzender-taeterumgang-aus/ Betroffenenfeindlicher Täterumgang ist leider nach wie vor häufig. Sobald es zu einer Auseinandersetzung mit der Thematik kommt, weil ein konkreter Übergriff in deinem Umfeld besprochen bzw thematisiert wird, zeigt sich deutlich, welch dringender Handlungsbedarf gerade auch innerhalb der linken Szene besteht. Dies zeigt sich nicht nur zu endlosen und nervigen Diskussionen, die in Sexismus und Antifeminismus münden können, und prägt auch das soziale Netzwerk innerhalb der Szene: ein gar nicht so geringer Teil der veröffentlichten Fälle findet keine betroffenen-freundliche und –unverletzende Diskussionsbasis. Deswegen ein paar Anmerkungen und Tipps für einen Betroffenen- und Definitionsmachtunterstützenden Täterumgang.

Was ist…wahr??

Die Definition, ob eine sexualisierte Grenzverletzung vorgefallen ist, liegt einzig und alleine bei der betroffenen Person – dieses Prinzip wird Definitionsmacht genannt. Wenn es aber zu einer Veröffentlichung eines sexualisierten Übergriffs kommt, wollen manche Leute das Geschehene „objektiv“ beurteilen. Wie im bürgerlichen Gerichtsprozess wird die Definitionsmacht der Betroffenen in Frage gestellt indem nach Gründen und Einzelheiten des Geschehens und nach Indizien für die mögliche Unschuld des Täters geforscht wird. Stattdessen soll Verständnis für Betroffene gezeigt, ein angemessener Umgang gefunden und die sexistischen Zustände verurteilt und angeprangert werden. Das ist ein wesentlicher Grund warum viele Betroffene, wohlwissend, was für eine Reaktion auf sie wartet, es nicht über sich bringen, den Fall zu thematisieren. Die Frage „Was ist wirklich passiert?“ setzt voraus, dass es eine objektive Realität gibt. Doch (sexualisierte) Gewalt wird aufgrund der persönlichen Geschichte, Gegenwart und Erfahrung von Betroffenen unterschiedlich erlebt, eingeordnet und eingeschätzt. Wenn eine Betroffene eine Vergewaltigung oder einen sexualisierten Übergriff als solchen bezeichnet, dann entspricht das ihrer Wahrnehmung und ist genau so zu akzeptieren. Es darf von der Betroffenen keineswegs erwartet werden, sich für ihre Veröffentlichung rechtfertigen zu müssen! Das Empfinden der Betroffenen alleine reicht aus um entsprechende Konsequenzen folgen zu lassen.

KEINE FORDERUNG NACH RECHTFERTIGUNG MEHR!

Es wird umso schwerer, wenn Täter sich viel Platz nehmen, u.a. durch die Verbreitung ihrer Version des Vorgefallenen. Es gibt verschiedene Motivationen warum Täter ihre Geschichte erzählen (wir zählen diese nicht auf, weil wir uns nicht in die Täter hineinversetzen wollen). Hinterfrage bei einem möglichen Gespräch, die Gründe warum er dir davon erzählt. Es kann sein, dass du dich von ihm zu einer Auseinandersetzung mit ihm und seiner Version gedrängt fühlst. Es ist vollkommen ok so ein Gespräch abzubrechen. Du selbst kannst entscheiden ob du ihm zuhören willst. Falls du dich kritisch mit einem Täter auseinandersetzen willst, ist es wichtig klarzumachen, dass du mit der Betroffenen parteilich bist und ihre Definitonsmacht nicht anzweifelst. Ob du dir seine Sicht der
Dinge erzählen lässt, bleibt dir überlassen, aber Rumerzählen der Dinge dient nur als Angriff auf die Definitionsmacht der Betroffenen. Je mehr Leute seine Darstellung kennen, desto mehr ist die Betroffene gezwungen zu reagieren, sei es auch einzig, um seiner Geschichte entgegenzutreten. In den schlimmsten Fällen versuchen Täter durch ihre Erzählungen die Betroffenen als unglaubwürdig und sich als das wahre Opfer darzustellen. Falls du das Gefühl hast, ein Täter will seine Version des Geschehenen verbreiten, mach es klar, dass du die Betroffene und ihre Definitionsmacht unterstützt und diese Art, die Definitionsmacht in Frage zu stellen, nicht toleriert wird.

Was wollen wir?

Einer unserer Handlungsgrundsätze ist die Parteilichkeit im Sinne der Betroffenen! Parteilichkeit bedeutet, dass eine benannte Grenzverletzung nicht in Frage gestellt, sondern akzeptiert wird und bezeichnet eine innere und aktiv nach außen gerichtete Haltung zur Unterstützung von Betroffenen. Es ist egal, ob du die Betroffene kennst. Es geht darum, selbst einen Umgang mit Grenzverletzungen zu finden, der sich eindeutig auf die Seite der Betroffenen stellt. Dies ist machbar, auch bzw. besonders wenn du eine Freund_innenschaft mit einem Täter aufrecht erhältst. Mach dir klar, dass du ihn als Mensch mögen und ihn dennoch mit dieser konkreten Grenzverletzung konfrontieren kannst. Diese Konfrontation soll im Sinne der Forderungen der Betroffenen sein. Nichts zu machen, obwohl Forderungen für eine Auseinandersetzung bestehen, ist betroffenenverachtend! Es ermöglicht Tätern den Folgen ihrer Aktionen zu entkommen und schüchtert andere Betroffene ein, ihre Erlebnisse und Forderungen zu veröffentlichen, weil keine parteiliche Reaktion zu erwarten ist.
Bei jeder Form der Auseinandersetzung mit dem Täter gilt: Achte auf deine Grenzen und Möglichkeiten. Grundsätzlich gilt: du musst nicht nett sein oder jemanden mögen. Auch ohne Angabe von Gründen kannst du dich abgrenzen.

Manchmal versuchen Täter Forderungen als willkürlich oder übertrieben zu bezeichnen. Lass es nicht zu, dass sich der Täter zum Opfer stilisiert. Forderungen werden meistens lang überlegt und sind gar nicht leicht zustellen. Genau wie Gewalt unterschiedlich erlebt, eingeordnet und eingeschätzt wird, sehen Forderungen ganz unterschiedlich aus, aber sie entsprechen den derzeitigen Wünsche und Bedürfnisse der Betroffenen. Diese sollen respektiert werden, egal, ob die Forderungen dir entweder zu streng, zu mild oder unrealistisch vorkommen.

Andersrum versuchen manche Tätern die Forderungen anders (und milder) zu schildern, als sie eigentlich gestellt wurden. Wenn es eine Unterstützer_innengruppe gibt, wende dich erst an sie, um herauszufinden, was die Forderungen sind bzw. welches Verhalten gewünscht wird. Gehe nie einfach auf eine Betroffene zu und sprich sie auf diese Thematik an, weil es sie unter Druck setzt sich ständig mit dem Erlebten zu beschäftigen. Wenn du merkst, dass du aus irgendwelchen Gründen nicht parteilich sein kannst , ist es besser Konsequenzen zu ziehen. Es ist wichtig, dass du dir Brüche und Schwierigkeiten mit Parteilichkeit eingestehst, sowohl für dich selbst, jedoch in erster Linie für die Betroffene. Wenn du mit einer Betroffenen nicht parteilich sein kannst und für den Täter nicht Position beziehen magst, mach deutlich, dass du die Definitionsmacht anerkennst und ziehe dich aus der Debatte zurück.

Unser aller Aufgabe ist es, sich mit dem Thema sexualisierter Gewalt auseinanderzusetzen, die Problematik wahrzunehmen, den gesellschaftlichen Verhältnissen entgegenzutreten und eine Politik zu betreiben, die betroffenenunterstützend ist.

PARTEILICHKEIT ZEIGEN! DEFINITIONSMACHT ANERKENNEN!

eure DEFMAs, Oktober 2008

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http://defma.blogsport.de/2008/12/16/wie-sieht-betroffenen-und-definitionsmachtunterstuetzender-taeterumgang-aus/feed/
Defma stellt sich vor! [Presenting Defma] http://defma.blogsport.de/2008/12/14/erster-eintrag/ http://defma.blogsport.de/2008/12/14/erster-eintrag/#comments Sun, 14 Dec 2008 16:09:05 +0000 defma Allgemein http://defma.blogsport.de/2008/12/14/erster-eintrag/ Obwohl Antisexismus als einer der zentralen Ansprüche innerhalb einer linksradikalen und sich als emanzipatorisch verstehenden Szene genannt wird, kommt es immer wieder vor, dass es bei leeren Worten bleibt. Das beginnt bei sexistischen Machtstrukturen innerhalb von Gruppen und reicht bis zur Ausübung von sexualisierter Gewalt*.

Immer wieder bekommen Betroffene** zu wenig Unterstützung – stattdessen wird ihre Definitionsmacht in Frage gestellt. Betroffene stehen unter Rechtfertigungsdruck, ihnen wird nicht geglaubt und/oder sie werden für entscheidungsunfähig gehalten. Diese Reaktionen auf Veröffentlichungen von sexualisierten Übergriffen sind Täterschutz und dienen der Aufrechterhaltung patriarchaler Machtstrukturen.

Um dem entgegen zu wirken, bietet die Gruppe DEFMA Unterstützung für Personen an, die von sexualisierter Gewalt bzw. sexualisierten Übergriffen betroffen sind. Auch Betroffene von physischer und/oder psychischer Gewalt in Beziehungen können sich an uns wenden.

Wir sind keine Beratungsstelle, keine Psycholog_innen oder Therapeut_innen, sondern eine Gruppe, die für und mit Betroffenen parteilich agiert. Wenn uns eine Betroffene von ihren Erfahrungen erzählt, werden wir diese vertraulich behandeln. Sie kann sich anonym an uns wenden oder sich mit uns treffen. Wir wollen einen Raum schaffen, in dem die Betroffene selbst definieren kann, was ihr passiert ist. Außerdem bieten wir z.B. Unterstützung beim Formulieren und Vermitteln von Forderungen an den Täter*** an. Wichtig ist, dass wir als Gruppe nur das machen, was die Betroffene ausdrücklich verlangt, und wir werden uns dafür einsetzen, dass ihre Wünsche auch von anderen respektiert werden.
Leute, die von einer Veröffentlichung erfahren, können sich an uns wenden, wenn sie die Forderungen der Betroffenen umsetzen wollen. So können Betroffene Unterstützung bekommen, ohne sich Belästigungen durch definitionsmachtfeindliche Aussagen bzw. Aktionen aussetzen zu müssen.

Außerdem wird die Unterstützer_innengruppe DEFMA Veranstaltungen organisieren sowie Infos in Form von Broschüren, Flugis und Postern zur Verfügung stellen.

Die Unterstützer_innengruppe DEFMA ist per e-mail erreichbar: defma (at) pulk.net

SCHWEIGEN BEKÄMPFEN!!! FÜR EINE ANTISEXISTISCHE PRAXIS!!!

Wien, März 2008


* Wir verwenden den Begriff „sexualisierte Gewalt“ statt „sexueller Gewalt“. „Sexuelle Gewalt“ impliziert, dass es primär um Sexualität ginge, was bei sexualisierter Gewalt aber nicht der Fall ist. Sie dient der Aufrechterhaltung und Herstellung von Machtverhältnissen, indem zum Beispiel das Selbstbestimmungsrecht über den eigenen Körper der Betroffenen übergangen wird.

** Wir verwenden den Begriff „Betroffene“ in seiner weiblichen Form, weil wir sichtbar machen wollen, wer in den meisten Fällen die Betroffenen von sexualisierter Gewalt sind. Uns ist aber bewusst, dass es Betroffene aller Genders gibt und wir bieten unsere Unterstützung nicht nur für Frauen an.

*** Wir verwenden den Begriff „Täter“ in seiner männlichen Form, weil wir glauben, dass sexualisierte Gewalt hauptsächlich von Männern ausgeht. Wir wollen damit nicht verschweigen, dass auch andere Genders sexualisierte Gewalt ausüben können. Eine gendergerechte Formulierung könnte allerdings die tatsächlichen Herrschaftsverhältnisse in dieser Gesellschaft verschleiern. Falls der Begriff „Täter“ für die eigene Situation nicht zutreffend sein sollte, kann mensch sich dennoch an uns wenden.

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